Freundin schwanger, 5. Monat, Krankenhaus. Irgendwie hat meine Freundin ständig Wehen und meine Brut macht Schwierigkeiten. Top Genmaterial verabreicht, trotzdem läuft es nicht wie geplant. Es sollte eine angenehme Schwangerschaft werden. Und jetzt, ein Alptraum. Ich gehe davon aus dass es nicht meine Schuld war. Ich war nur der Samenspender und für den Rest ist meine Freundin zuständig (Zumindest habe ich mir das so gedacht und auch keinem mitgeteilt!) . Zwischenzeitlich war es dann so schlimm, dass meine Freundin auf die Intensivstation verlegt wurde. Es war kritisch !!! Die Ärzte sprachen von “…entweder Kind oder die Frau?” Doch in diesem Punkt musste ich keine Entscheidung fällen, zumal ich noch nicht einmal gefragt worden wäre, da ich ja nicht verheiratet war und nur der Zeuger des Kindes bin. Sonst nix?!
Am 30.06 war es dann soweit, ich bin wie jeden Tag mehrmals ins Krankenhaus um meine Freundin zu besuchen. Tags zuvor hat sie mich noch gebeten einen großen BH zu holen, da ihre Brüste ja nun mächtig angeschwollen sind. Zum einen sah das gut aus und zum anderen war es ekelig, denn die Nippel waren immer nass von der austretenden Milch. Ich hab mir also den Tittenhalter umgeschnallt bevor ich in Zimmer bin, machte die Türe schwungvoll auf und stand im Zimmer. Totenstille! Meine Freundin lag nicht mehr auf diesem Zimmer, stattdessen war jetzt eine ältere Frau in dem Bett und hatte Besuch. Irgendwie war es mir Peinlich. Zwei Schritte zurück und mit einem Lächeln die Türe wieder schließen. Puh, wie unangenehm.
Ich habe dann erfahren das meine Freundin mittlerweile im OP liegt und aufgeschnitten wird. Also es wird wohl ein Kaiserschnitt gemacht. 16.35 Uhr. Nach langem Suchen hab ich den OP gefunden. Klopfen und klingeln brachte mich nicht weiter, also warten. Hoffentlich ist das der richtige OP? 16.45 Uhr kommt eine Ärztin in grünen Outfit aus der Tür und fragt mich ob ich der Vater sei. Ich antwortete erst mal mit einem JA! und im gleichen Augenblick wurde mir gratuliert und ich wurde gebeten zu warten, ich könne meinen Sohn gleich sehen. SOHN … wie schön. Ok, wenn ein Mädchen geworden wäre auch ok, aber nur wenn auch alles dran ist! Die Türe öffnete ich erneut und drei Ärzte kamen mit einem Wagen auf dem ein Glaskasten montiert war an mir vorbei und baten mich mit in die Kinderstation zu fahren. Ich sah meinen Sohn zum ersten mal. Man ist das ein hässliches Balg. Ich habe nur eine Talgvermierte Wurst gesehen. Überall Haare. Lange schwarze Haare. Um Gottes willen. (Da dachte ich mal wieder an Gott) Ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Ich hatte mir das schon etwas anders vorgestellt. Na ja, was soll ich jetzt noch machen? Während wir mit dem Aufzug hochfuhren, wurde meinem Sohn irgendwas aus der Nase abgesaugt, ein anderer Arzt stach dem Würstchen eine Nadel in den Kopf und und und. Oben angekommen bin ich dann noch aus Anstand mit ins Zimmer gegangen wo die Wurst aufbewahrt werden sollte. Ich konnte mir das nicht mit ansehen was die da mit dem armen kleinen Ding alles angestellt haben und fand es wäre zeit sich zu verdrücken. Meines Erachtens das beste was ich machen konnte. Mein Sohn, also die Talg verschmierte schwarze behaarte Wurst, wog 2200 Gramm und was ca. 44 cm. groß. Schon erstaunlich wie gut der in der kurzen Zeit herangewachsen ist, wenn man bedenkt das er nur knapp 6 Monate im Leib meiner Freundin war. Also doch … Top Genmaterial weitergereicht!